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„Arzneimittelabhängigkeit ist eines der größten Abhängigkeitsprobleme.“

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Frau nimmt Tabletten

Expertenstatement von Prof. Gerd Glaeske, Universität Bremen

Der Missbrauch und die Abhängigkeit von Arzneimitteln sind oft miteinander verknüpft – der Missbrauch geht oft in die Abhängigkeit über. Missbrauch wird grundsätzlich definiert als ein nicht mehr bestimmungsgemäßer Gebrauch eines Arzneimittels – d.h. die Mittel werden zu lange, in zu hohen Dosierungen oder in nicht zugelassenen Indikationen angewendet.

So werden Schmerzmittel, vor allem solche mit Koffein, schon häufig prophylaktisch eingesetzt, weil im Alltag Kopfschmerzen drohen könnten. Dies ist genauso als Missbrauch zu werten, wie die Anwendung von Abführmitteln als Schlankheitspillen, der Gebrauch von Tranquilizern oder Antidepressiva gegen Alltagbelastungen oder die Anwendung von Ritalin zum so genannten Hirndoping.

Insbesondere jüngere Menschen experimentieren mit Arzneimitteln und nutzen dann möglicherweise immer stärker wirkende Präparate, um die erhoffte Wirkung zu erzielen (z.B. von WickMedinait hin zu Codein-haltigen Hustenmitteln). Zu diesen erhofften Wirkungen gehören Entspannung oder auch erhöhtes Vergnügen und intensiveres Erleben z.B. in der Sexualität.

Rauschzustände durch Arzneimittel werden von Konsumierenden oftmals als weniger problematisch angesehen als der Missbrauch von Alkohol oder illegalen Drogen. Arzneimittel gelten vielen offenbar als eine kalkulierbare und „cleane“ Droge.

Genaue Zahlen über die Missbrauchshäufigkeit im Arzneimittelbereich liegen nicht vor. Die Zahlen über die Arzneimittelabhängigkeit sind hingegen eher verlässlich. Heute geht man davon aus, dass 1,5 bis 1,9 Millionen Menschen arzneimittelabhängig sind. Insbesondere nehmen die Betroffenen Benzodiazepin-haltige Tranquilizer oder Schlafmittel (z.B. Adumbran, Dalamdorm, Tavor oder die „Mutter“ all dieser Substanzen Valium).

Hinzu kommen aber auch Benzodiazepin-ähnliche Mittel, sogenannte Z-Drugs. Allein von diesen Mitteln sind rund 1,2 Millionen Menschen abhängig. Betroffen sind vor allem Menschen im höheren Lebensalter, über 65 Jahre. Etwa 2/3 der Abhängigen sind Frauen.

Die Abhängigkeit stellt sich ein, wenn diese Mittel dauerhaft länger als 2 bis 3 Monate hintereinander eingenommen werden.

Auch Hustenmittel und stark wirkende Schmerzmittel mit Kodein oder ähnlichen stark wirkenden Inhaltsstoffen (Morphin, Fentanyl, Buprenorphin, Oxycodon u.a.) führen auf Dauer zur Abhängigkeit. Gesucht wird in den meisten Fällen eine euphorisierende Wirkung, also eine Wirkung, die zu rauschähnlichen Glücksgefühlen führt. Dies gilt auch für die fortgesetzte Einnahme von Psychostimulanzien.

Während bei den Benzodiazepinen eine low-dose-dependency, also eine Niedrigdosisabhängigkeit besteht und dauerhaft niedrige Dosierungen eingenommen werden, müssen bei den meisten übrigen Mitteln ständig höhere Dosierungen eingenommen werden, um die gewünschten Wirkungen erneut zu erleben.

Die Arzneimittelabhängigkeit ist in der Zwischenzeit zum zweitgrößten Abhängigkeitsproblem geworden, nach der Nikotin-, aber noch vor der Alkoholabhängigkeit. Der deutliche Unterschied zwischen diesen Abhängigkeiten: Tabakprodukte und Alkohol lassen sich ohne wirksame Barrieren beschaffen. Bei der Arzneimittelabhängigkeit sind in der Regel jedoch Ärzte und Apotheker, also Experten, bei der Verschreibung und dem Verkauf beteiligt.

Dies zeigt auch die besondere Verantwortung der genannten Experten in der Prävention von Arzneimittelabhängigkeit.

Beratung

Wenn du Informations- oder Beratungsbedarf zu deinem Medikamentengebrauch hast, kannst du dich an eine Suchtberatungsstelle vor Ort wenden.

 

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