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„Mein Studium hab' ich voll verkifft!“

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Kiffer

Erfahrungsbericht von Walter, 25 Jahre

Wann hast du das erste Mal gekifft? Was fandst du dabei besonders angenehm?

Das erste Mal gekifft habe ich mit 13. Dazu getrieben hat mich wohl einfach die Neugier danach, wie es sich anfühlt „breit zu sein“. Im Freundeskreis war das Thema ja ständig präsent, weshalb der Schritt, selbst mal einen zu rauchen, nicht wirklich weit weg war.

Das Gefühl, breit zu sein, fand ich dabei ziemlich angenehm. Jeder, der schon mal gekifft hat und sich daran erinnern kann, wird das nachvollziehen können: Mit sich selbst zufrieden zu sein und alles witzig zu finden. Nichts anderes scheint wichtiger zu sein als der Rausch selbst.

Wie kam es, dass dein Konsum regelmäßiger wurde?

Der regelmäßige Konsum kommt schleichend. Am Anfang raucht man gelegentlich mit Freunden. Meistens kauft man sich da auch selbst noch nichts, weil in der Regel jemand anderes etwas dabei hat. Später, und das kann Jahre später sein, beginnt man sich selbst etwas zu besorgen.

Und wenn man dann den Schritt macht, weg vom gemeinsamen Kiffen und hin zum alleine Kiffen, gewöhnt man sich bald auch daran und konsumiert regelmäßig.

In welchen Situationen hast du besonders gerne gekifft?

Besonders gerne gekifft habe ich nach einem anstrengenden Tag, wenn man sich für erledigte Arbeiten belohnen wollte, ob das nun Schule, Uni oder das Büro war – aber auch in Situationen, in denen man sich schlecht gefühlt hat. Da war das Kiffen eine Art Flucht, obwohl man das natürlich meistens so nicht wahrgenommen hat.

Typische Konsum-Tage sahen unterschiedlich aus. Es gab solche Tage, an denen ich wenigstens noch arbeiten ging oder die Uni besucht habe, und dann erst abends mit meinen Mitbewohnern ein paar Joints geraucht habe. An anderen Tagen habe ich mich von allem krank gemeldet und habe gleich morgens nach dem Aufstehen einen Joint geraucht, was sich dann den ganzen Tag durchgezogen hat. Gerade am Wochenende, wo sowieso nichts anderes zu tun war, sind die Tage einfach nur vorbeigezogen.

Wann hast du gemerkt, dass du deinen Cannabiskonsum reduzieren solltest?

Die Entscheidung aufzuhören kam leider ziemlich spät. Bis dahin hat im Grunde alles irgendwie funktioniert. Am Ende, also kurz vor dem Beginn des Entzugs, ist dann alles ziemlich aus dem Ruder gelaufen. Ich musste feststellen, dass ich in der Uni nicht mehr hinterherkam, weil ich die vorigen Semester fast nur durchgekifft hatte.

Alles lief an mir vorbei. Man muss sich das mal vorstellen: Man ist im 6. Semester und muss eigentlich immer noch Einführungsseminare besuchen, weil man sonst nicht mitkommt!

Man verliert total den Blick dafür, was das Studium alles verlangt. Angefangen von den Anforderungen, die man total falsch bewertet, bis hin zu dem absoluten Realitätsverlust hinsichtlich der eigenen Fähigkeiten.

Zum Schluss habe ich mir nichts mehr zugetraut, war total in mich gekehrt und dachte, ich würde das sowieso nicht packen.

Gleichzeitig war da die finanzielle Komponente. So habe ich am Ende so viel Geld dafür ausgegeben, dass ich meine Finanzen nicht mehr im Blick hatte und regelmäßig am Ende des Monats zusehen musste, wie ich meinen Kühlschrank auffüllen konnte.

Wie gut hast du es geschafft, deinen Konsum in den Griff zu bekommen? Wer oder was hat dir dabei geholfen?

Im Moment bin ich in der sechsten Woche meines Entzugs. Der Anfang war zwar schwer und es gab auch den ein oder anderen Rückfall. Aber im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass ich sehr gut damit klarkomme. Geholfen hat mir zum einen die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen konnte.

Gleichzeitig musste ich mir aber professionelle Hilfe suchen, die mich auf meinem Weg begleitet. So habe ich im Internet recherchiert und bin auf das Programm Quit the Shit gestoßen, wo mich eine Beraterin begleitet. Dort wird man jeden Tag aufs Neue mit dem Kiffen konfrontiert, angefangen mit der Frage, ob man heute gekifft hat oder nicht. Und selbst wenn dies der Fall war, hat man es mit Beratern zu tun, die sich mit dem Thema auskennen, und wissen, dass es schwer ist,

von einem auf den anderen Tag mit dem Kiffen aufzuhören. Somit braucht man sich auch nicht zu schämen, wenn es mal nicht so gut klappt.

Dabei sollte man jedoch immer sein Ziel, mit dem Kiffen aufzuhören, vor Augen haben. Außerdem sollte man der Familie und den Menschen, mit denen man sich täglich umgibt, vermitteln, dass man sich dazu entschlossen hat, aufzuhören. Die Familie und Freunde, die einen unterstützen, sind wertvolle Begleiter in dieser schweren Zeit.

Was deinen Cannabis-Konsum angeht, wie schätzt du deine aktuelle Situation ein?

Aktuell bin ich auf einem sehr guten Weg. Einerseits habe ich das Programm, was mich begleitet. Andererseits habe ich meine Familie und meine Freunde, die mich immer unterstützen. Leider ist man trotzdem vor Rückfällen nicht 100%ig sicher. Es können immer wieder Situationen eintreten, von denen man glaubt, sie ohne Drogen nicht bewältigen zu können.

Erst vor kurzem hatte ich wieder einen ziemlich schweren Rückfall. Aber mit der Hilfe meiner Freunde und dem klaren Ziel vor Augen, endlich aufzuhören, konnte ich auch diesen Rückfall hinter mir lassen und bin jetzt wieder sehr positiv gestimmt im Hinblick auf meine Zukunft.

 

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