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08.06.2017

Emil Köster* (24) gehört zu den besten Jura-Absolventen in Nordrhein-Westfalen. Seine Kommilitonen und Freunde bewundern und beneiden ihn. Dabei ist Emil kein klassischer Überflieger. Im Interview erzählt er von Ängsten, Alkohol, guten Freunden – und wie jeder Studi seine Prüfungen rocken kann.

Protokolliert von Leonard Kehnscherper

Erstmal herzlichen Glückwunsch, dein Staatsexamen hast du echt gerockt! Würdest du dich selbst auch als Überflieger bezeichnen?

Eher nicht, denn für mein Prüfungsergebnis habe ich zwei Jahre hart gearbeitet und hatte auch viel Glück. Zum Beispiel waren mir meine mündlichen Prüfer sehr wohlgesonnen und ich konnte mich ohne gesundheitliche oder private Zwischenfälle auf das Examen vorbereiten.

Würdest du  sagen, dass du ein Prüfungstyp bist?

Ja, schon. Zumindest kann ich mich während einer Prüfung voll und ganz auf die Aufgabe konzentrieren. Ein Blackout hatte ich noch nie. Aber leider kann ich nach der Prüfung nie einschätzen, wie es gelaufen ist. Dann kommen wirklich große Sorgen und Ängste.

Wie haben deine befreundeten Kommilitonen auf deinen Erfolg reagiert und wie gehst du damit um?

Meine Kommilitonen und Freunde wissen, wie viel ich in das Examen investiert habe und deshalb gönnen sie mir den Erfolg auch. Ich selbst versuche, demütig zu sein und mir nichts auf das Ergebnis einzubilden. Denn es hätte auch ganz anders laufen können. Gerade die letzte Prüfung hat nochmal viel entschieden.

Was war dein größtes Tief während des Studiums?

Die ersten beiden Klausuren des Staatsexamens habe ich ein Jahr vor meiner letzten Prüfung geschrieben. Die Ergebnisse habe ich erst Monate später bekommen. Davor dachte ich, ich wäre durchgefallen. Mit diesem potenziellen Misserfolg umzugehen, war extrem schwer für mich.

Was hat dich dann motiviert weiterzumachen?

Der Ehrgeiz, eine große Aufgabe zu bewältigen. Aber auch meine eigene Angst hat mich positiv angetrieben. Und ich habe gemerkt, dass mir Jura einfach Spaß macht und ich in dem Berufsfeld arbeiten will. Auch meine Kommilitonen haben mich motiviert, besonders die beiden Freunde, mit denen ich gelernt habe. Jura-Studis haben bezüglich ihrer Kollegialität nicht den besten Ruf, aber in der Examenszeit ist das anders. Dann stehen alle demselben Gegner gegenüber: dem Prüfungsamt.

Wie hast du Geist und Körper im Einklang gehalten?

Zuerst habe ich keinen Sport gemacht. Die psychische Belastung hat bei mir auch dazu geführt, dass ich gar keine Lust auf Sport hatte. Man denkt ja schnell: „Wenn ich jetzt noch weiterlerne, ist das viel effektiver!“ Nach dem Tiefpunkt mit den ersten beiden Klausuren habe ich aber umgedacht und beim Hochschulsport mit Yoga angefangen. Das hat mir echt geholfen. An meiner Ernährung habe ich allerdings nichts geändert.  

Hast du selbst mal Tabak, Alkohol oder auch illegalen Drogen ausprobiert, um bessere Leistungen zu bringen oder dich zu entspannen?

Ich habe nichts genommen, um besser lernen zu können oder so. Aber während der Examenszeit war ich schon oft betrunken. Es hat mir richtig gut getan, nach einer anstrengenden Lernwoche am Freitag zu feiern, am Wochenende zu entspannen und dann am Montag wieder voll loszulegen. Hin und wieder mal feiern zu gehen, hatten mir auch viele Absolventen empfohlen. Geraucht habe ich aber nicht und auch keine illegalen Drogen genommen.

Würdest du dein Konsumverhalten anderen Studis empfehlen?

Im Grunde, ja. Ich habe ja nie alleine getrunken, sondern immer mit Freunden zusammen. Es ging also nie nur um den Alkohol. Außerdem sollte man in der Prüfungsphase nicht in eine Selbstkasteiung verfallen und sich auch mal was gönnen.

Was empfiehlst du anderen Studis, die vor einer großen Prüfung stehen?

Man sollte sich von einer schlechten Note nicht gleich entmutigen lassen. Außerdem sollte man unbedingt seine eigene Lernmethode entwickeln. Selbst wenn andere Lernansätze vermeintlich „besser“ sind, sollte man seine Methode durchziehen – denn damit kommt man am besten klar. Natürlich kann man sich auch Tipps von Leuten holen, die eine bestimmte Prüfung schon abgelegt haben.

 

*Name von der Redaktion geändert 


Foto (Blog): RyanMcGuire / pixabay (CC0)

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