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09.02.2017

Einweihungsparty, Open-Air-Rave oder Festival: Leo hat in der (Party-)Hauptstadt Berlin studiert – und dabei mindestens so viel gefeiert wie gepaukt. Sein Studium hat Leo trotzdem gepackt. Weil er sich an sechs einfache Regeln gehalten hat.

Von Leonard Kehnscherper

Das Studium bietet scheinbar unendliche Freiheiten. Die Kunst liegt darin, diese Freiheiten sinnvoll zu nutzen. Hier verrate ich euch die sechs Regeln, die mir geholfen haben, ein Maximum an Partys mitzunehmen und in der Prüfung trotzdem abzuliefern.

  1. Das erste Semester – ganz oder gar nicht!

Die Orientierungswoche und die vielen Ersti-Partys gibt es nicht ohne Grund. Das erste Semester ist dafür da, die Kommilitonen kennenzulernen und auch mal „steil zu gehen“, bevor alle für die ersten Prüfungen lernen müssen. Auch ich habe viele Erstipartys und Kneipenabende mitgenommen, allerdings eher zwei statt fünf pro Woche. Denn neben den sozialen Kontakten gab es auch in der Uni schon einiges zu tun: Die Kurse clever auswählen, bei den Einführungsveranstaltungen mitkommen und natürlich die beste Mensa finden.

  1. Beware of Besuch!

Es gibt nichts Schöneres als Besuch aus der alten Heimat – wenn er nicht jedes Wochenende kommt. Deshalb habe ich gerade in der vorlesungsfreien Zeit darauf geachtet, nicht ständig Gäste bei mir zu haben. Schließlich will man seinen alten Freunden ja die Stadt zeigen – und nicht seine halbfertige Hausarbeit.

  1. Mit Kater lernen? Versuch’s erst gar nicht!

Es ist Sonntag. Die Party ging lang. Aber man hat ja noch den ganzen Tag Zeit zum Lernen. Von wegen! Nach Partys tendierte meine Aufnahmefähigkeit stets gegen Null. Das ist auch gar nicht schlimm. Wichtig ist nur, dass man diese Tatsache schnell erkennt – und sich nicht der Illusion hingibt, man könnte am Tag nach einer Party noch irgendwas schaffen. Sonntag für Sonntag starrte ich völlig geistesabwesend auf meine Notizen und verstand nichts. Aber dann machte es Klick: „Das nächste Mal, wenn ich feiern gehe, nehme ich mir am nächsten Tag einfach frei!“, sagte ich mir. So halte ich es bis heute. Die positiven Effekte: Ich kann die Partynacht richtig genießen, weil ich nicht an den nächsten Tag denken muss. Und ich bin weniger gestresst, weil ich am Sonntag nichts für die Uni schaffe, obwohl ich es mir vorgenommen hatte.

  1. Die Kunst zu gehen

Manche gehen viel zu früh, andere kennen wieder kein Ende: Den richtigen Punkt zum Verlassen einer Party zu finden, ist eine Kunst für sich. Und ich gebe zu, dass ich darin bis heute nicht gut bin. Zum Anfang des Studiums bin ich immer recht früh losgegangen. Nicht weil ich wollte, sondern weil ich dachte, dass ich ins Bett müsste. Die Party konnte ich so nicht genießen. In den späteren Semestern wurde ich da viel entspannter, gehörte dann aber oft auch zu den letzten auf dem Floor oder am Tresen. Deshalb habe ich mir einen guten Kumpel als Vorbild genommen: Er ist zwei Jahre älter und hat das rechtzeitige Gehen perfektioniert. Wenn er spürt, dass wir gehen sollten, sagt er mir einfach kurz Bescheid und dann hauen wir rein.

  1. MDMA zerstört die Magie

Irgendwann hatten viele meiner Kommilitonen chemische Partydrogen wie MDMA für sich entdeckt. Kein Wunder, dass es ihnen gefiel: Sie wurden total euphorisch und konnten ewig tanzen. Das Problem: Statt einer Nacht waren meine Freunde dann oft ein ganzes Wochenende unterwegs. „Oh Mann, ich bin immer noch fertig vom Wochenende“, raunten sie mir noch am Mittwoch im Seminar zu. Was ich an MDMA, Ecstasy, Speed, Kokain und Co. nie verstanden habe: Wieso ruiniert man die Magie einer tollen Nacht, indem man morgens um 10 Uhr nochmal was einschmeißt oder nachlegt und so alles künstlich in die Länge zieht? Das haben auch die meisten meiner Freunde eingesehen und lassen es beim Feiern wieder ruhiger angehen.

  1. Sommer ist Sommer, Prüfung ist Prüfung

Der Sommer war immer die härteste Zeit für mich. Es gibt ein Open Air nach dem anderen, jeden Abend grillen ein paar Kommilitonen am See und dauernd fragt dich jemand, ob du mit auf ein Festival kommst. Hier musste ich schlichtweg Prioritäten setzen: Raves nahm ich einmal im Monat mit, auf ein Festival ging ich entweder weit vor den Prüfungen oder direkt danach. So habe ich auch vermieden, was zwei Kommilitoninnen von mir durchgezogen haben: Die haben auf der FUSION tagsüber doch tatsächlich im Zelt gelegen und versucht, für eine Klausur zu lernen. Eine geile Zeit sieht anders aus!

 


Foto (Blog): Leonhard Kehnscherper/privat
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