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22.11.2016

Eine Krise bleibt im Studium wohl niemandem erspart. Leo spricht mit Studierenden über ihre kritischen Phasen – und darüber, wie sie ihre Tiefs überwunden haben. Heute: Felix, 23 Jahre, studiert im 7. Fachsemester Bauingenieurwesen in Dresden.

Protokolliert von Leonard Kehnscherper

Felix, 23 Jahre, studiert Bauingenieurwesen in Dresden (Foto: privat)Warum hast du dich für dein Studienfach entschieden?

Puh, gute Frage. Ich war schon immer an Technik interessiert und bei den meisten gesellschaftswissenschaftlichen Studiengängen hatte ich einfach kein klares Berufsbild vor Augen. So etwas brauchte ich aber zur Orientierung. Dann habe ich einen Online-Interessenstest gemacht und mir Studienfachdatenbanken und -broschüren angesehen. So kam ich relativ schnell auf Bauingenieurwesen. Als meine Eltern mich dann noch in meinem Vorhaben bestärkt haben, war die Sache klar. Allerdings muss ich dazu sagen, dass nicht das Studium, sondern eine Polizeiausbildung mein Plan A war. Insofern bin ich das Studium eher wie einen Versuch angegangen.

Wann und weshalb hattest du deine erste Krise?

Meine erste Krise hatte ich in der ersten Prüfungsphase. Denn ich war von meiner kleinen Heimatstadt in das deutlich größere Dresden gezogen und hier lag mein Hauptaugenmerk erstmal darauf, die Stadt und die Leute kennenzulernen – und auch mich selbst. Dementsprechend habe ich nicht so viel für die Uni gemacht, wie ich es hätte tun sollen. Am Ende der ersten Prüfungsphase hatte ich dann nur die Hälfte aller Klausuren bestanden. Das war schon ziemlich schlecht. Aber es wollte noch nicht ganz in meinen Kopf, dass sich etwas ändern muss. Das zweite Semester lief dann genauso schlecht. Erst dann habe ich mein Problem realisiert.

Welche Gedanken gingen dir in dieser Zeit durch den Kopf?

Die Zeit hat sich nicht wie eine echte Krise angefühlt, weil ich viele tolle Leute und mittlerweile gute Freunde kennengelernt habe. Freizeit und Studium waren also zwei verschiedene Paar Schuhe. Die schöne Freizeit hat die Misserfolge im Studium für mich zunächst vollkommen aufgehoben.

Wie hast du deine Krise überwunden?

Nach dem zweiten Semester habe ich versucht, noch etwas zu retten. Ich habe mich an den Schreibtisch gesetzt und reingehauen, aber da hatten sich schon zu viele Wiederholungsprüfungen angestaut. Also habe ich mich zum Neustart entschieden und bin von der Universität an die Fachhochschule gewechselt. Die Krise hatte mit meiner anfänglichen Faulheit zu tun, aber nun hatte ich mich in Dresden bestens eingelebt und würde nicht mehr jeden Abend losziehen und feiern. Auch an das selbständige Wohnen hatte ich mich natürlich gewöhnt. Ich wusste: Jetzt kann ich mich auf’s Studium konzentrieren und durchstarten. Auf der Fachhochschule lief es in den ersten zwei Semestern auch sehr gut – ich habe gute Noten und freue mich auf den neuen Lehrstoff, den ich noch nicht von der Uni kenne.

Was empfiehlst du anderen Studis, die gerade eine Krise durchmachen und deshalb öfter zu Tabak, Alkohol oder auch illegalen Drogen greifen?

Wenn man eine Krise hat, kann man das erstmal nicht ändern – aber es gibt Auswege. Mir hat sehr geholfen, mit Freunden darüber zu sprechen. Auch meinen Eltern habe ich von meinen Studienproblemen erzählt – da hatte ich zum Anfang Hemmungen. Auch eine Auszeit vom Studium kann helfen. Freunde von mir sind länger ins Ausland gereist, ich selbst habe viel mit Freunden unternommen und in einem Imbiss gejobbt. Das macht den Kopf frei und so kann man – wenn man es möchte – wieder ins Studium starten. Ich habe auch erlebt, dass manche Tabak, Alkohol und Drogen zur Entspannung konsumieren. Hierbei kommt es auf jeden Fall auf das richtige Maß an. Wer das nicht einhalten kann, kriegt im Studium wahrscheinlich auch Probleme.

Und wie steht’s um deinen eigenen Konsum?

Obwohl ich gerne und regelmäßig feiern gehe, übertreibe ich es nie. Und wegen Stress habe ich auch noch nie getrunken oder Drogen konsumiert. Das ist aber wahrscheinlich echt Typ-abhängig.

 

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Foto (Blog): Maryam62 / pixabay (CC0)

 

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