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04.01.2018

Prüfungsstress, Beziehungsstress oder einfach nur Partylaune: Es gibt viele „Gründe“, warum es jungen Menschen so schwer fällt, mit dem Rauchen aufzuhören. Doch es gibt auch Beispiele, die Mut machen. Leo spricht mit drei Studis darüber, warum und mit welchen Tricks sie ihre Sucht besiegt haben. Heute: Vorname, Alter, Studienfach und –ort.

Protokolliert von Leonard Kehnscherper

 

„Ich habe sogar von Zigaretten geträumt“

Mareike Fermum, 25, studiert Psychologie in Greifswald

 

Bei welcher Gelegenheit hast du mit dem Rauchen angefangen?

Als ich 15 und in der 10. Klasse war. Alle meine Schulfreunde haben damals mit dem Rauchen angefangen und ich habe einfach mitgemacht, ohne viel darüber nachzudenken.

Wie lange hast du geraucht?

Insgesamt vier Jahre. Mit 19 habe ich aufgehört.

Wie viel?

In der Schulwoche habe ich am Tag vielleicht fünf Zigaretten geraucht. Am Wochenende war es dann auch schon mal eine ganze Schachtel am Abend.

Wann hast du gemerkt, dass du wirklich aufhören willst?

Vor meinem Studium habe ich eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin gemacht. Da musste ich gleich zum Beginn Schläuche sauber machen, die in den Luftröhren von manchen Patienten gesteckt haben. Der Inhalt sah wirklich eklig aus – und man konnte genau sehen, welcher Patient raucht und welcher nicht. Dieses Bild habe ich nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Nach ein paar Wochen konnte ich dann einfach nicht mehr rauchen. Die Zigarette hat nicht mehr geschmeckt.

Wie hast du es geschafft, das Nichtrauchen durchzuziehen?

Es ist mir insgesamt sehr schwer gefallen. Das Rauchen war ein so fester Teil meines Lebens, dass ich manchmal sogar von Zigaretten geträumt habe. Wenn ich auf Parties Alkohol getrunken habe, hatte ich deshalb immer ein Ersatzprodukt dabei. Das war ein kleiner Nikotin-Stab zum Inhalieren. Den brauchte ich, um überhaupt etwas in der Hand zu haben. Es fiel mir aber trotzdem sehr schwer, weil die meisten meiner Freunde nicht aufgehört haben. Nach etwa einem Monat hatte ich dann einen Rückfall – und musste den ganzen Abend husten. Der Husten war so übel, dass mir die Lust auf Zigaretten komplett vergangen ist. Wenn ich jetzt auf Parties bin und Leute um mich herum rauchen, habe ich überhaupt kein Verlangen mehr.

 

„Mein Leben ist unkomplizierter geworden“

Anton Fischer, 24, studiert Stadtplanung in Berlin

 

Bei welcher Gelegenheit hast du mit dem Rauchen angefangen?

Als ich mit 13 Jahren auf eine neue Schule gekommen bin, haben die Leute, mit denen ich mich verstanden habe, alle geraucht. Also bin ich in der Pause auch immer rauchen gegangen. Die Pausen-Raucher waren eine eigene, zusammengeschweißte Clique. Da hat man natürlich nicht übers Aufhören nachgedacht.

Wie lange hast du geraucht?

Fast zehn Jahre. Vor zwei Jahren habe ich meinen Konsum aber sehr stark reduziert. Gelegentlich rauche ich noch, aber nur, wenn ich am Wochenende Bier trinke.

Wie viel?

Zuerst habe ich Schachtel-Zigaretten geraucht. Das waren so zwei bis drei am Tag. Während des Abiturs habe ich dann mit dem Drehen angefangen und locker bis zu 15 Zigaretten am Tag geraucht.

Wann hast du gemerkt, dass du wirklich aufhören willst?

Ich habe mich nicht gesundheitlich schlechter gefühlt oder so. Aber ich habe zum Beispiel gemerkt, dass ich nach einer Zigarette plötzlich schlapper war als davor. Wenn ich während einer Arbeitspause mal eine geraucht habe, fühlte ich mich also nicht angeregter oder entspannter. Dabei ist das ja der Effekt, den sich viele vom Rauchen versprechen. Irgendwie habe ich dann festgestellt, dass ich das Rauchen nicht mehr so krass brauche.

Wie hast du es geschafft, das Nichtrauchen durchzuziehen?

Das Rauchen schleicht sich als eine Gewohnheit ins Leben ein – genau wie der ständige Blick aufs Smartphone. Deshalb habe ich angefangen darauf zu achten, bei welchen Gelegenheiten ich mir bislang ganz automatisch eine Zigarette angezündet habe. Zum Beispiel nach einer Vorlesung, wenn ich einen Absatz in einer Hausarbeit fertig geschrieben hatte oder wenn ich auf den Bus warten musste. In diesen Momenten habe ich dann bewusst nicht geraucht – und es mir so abgewöhnt.

Auch mit dem Kaffeetrinken habe ich aufgehört. Denn dazu gehörte für mich auch immer eine Zigarette. Aber ich habe jetzt nicht mit Sport angefangen oder ein Anti-Nikotin-Buch gelesen. Seit ich nicht mehr rauche, ist mein Leben einfach unkomplizierter geworden. Die Gewohnheit stresst mich nicht mehr im Alltag, ich kann mich auf andere Dinge konzentrieren und gebe natürlich viel weniger Geld aus.

 

„Ich werde viel seltener krank“

Tom Steiner, 25, studiert Sozialwissenschaften in Hamburg

 

Bei welcher Gelegenheit hast du mit dem Rauchen angefangen?

Auf Parties in der 10. Klasse. Es haben ziemlich viele gemacht und ich fand, dass Rauchen sehr cool aussah.

Wie lange hast du geraucht?

Fast zehn Jahre – von meinem 16. bis zu meinem 25. Lebensjahr.

Wie viel?

Bis zum Abi habe ich nur gelegentlich auf Parties geraucht. Während des Studiums habe ich dann auch täglich geraucht – vielleicht so fünf Kippen am Tag. Mein Rauchverhalten hing auch mit meiner neu gewonnen Freiheit zusammen: Ich war von zu Hause ausgezogen und wohnte in einer WG.

Wann hast du gemerkt, dass du wirklich aufhören willst?

Ich hatte keinen Vorsatz nach dem Motto: „Nach Silvester hör‘ ich auf!“ Stattdessen hat mich ein Trip nach Amsterdam zum Aufhören gebracht. An dem Wochenende hatte ich mit meinen Freunden sehr viel geraucht und war danach krass erkältet. Während ich krank war, habe ich natürlich nicht geraucht – aber dann auch nicht wieder angefangen.  

Wie hast du es geschafft, das Nichtrauchen durchzuziehen?

Seit meiner Erkältung bin ich von meiner Sucht tatsächlich wie geheilt. Erst ein Jahr nachdem ich aufgehört habe, habe ich auf einer Party – auf der ich auch Alkohol getrunken habe – wieder Lust auf eine Zigarette bekommen. Aber das Verlangen war trotzdem nicht groß genug. Jetzt werde ich einfach viel seltener krank, das will ich nicht aufs Spiel setzen. Außerdem wäre mir das Rauchen mittlerweile viel zu teuer. Das ist auch ein Grund, warum ich gar nicht erst auf die Idee komme, mir Zigaretten oder Tabak zu kaufen.

 

 


Foto (Blog): HansMartinPaul / Pixabay (CC0)

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